Důl a nacistická podzemní továrna Richard
Ein Untergrundkomplex mit dunkler Kriegsgeschichte
Dieser ausgedehnte Komplex befindet sich im Hügel Bídnice bei der Stadt Litoměřice. Ursprünglich handelte es sich um ein Kalkbergwerk, das die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs in eine geheime Untergrundfabrik mit dem Decknamen Richard verwandelten. Hier wurden Motoren für Panzer und Fahrzeuge von Auto Union hergestellt, wobei Tausende Häftlinge aus dem nahegelegenen Konzentrationslager am Bau und an der Produktion arbeiten mussten.
Gegenwärtig ist das Untergrundareal für die Öffentlichkeit aufgrund drohender Einsturzgefahr und der Lagerung radioaktiver Abfälle im Teil Richard II unzugänglich. Zugänglich ist lediglich die Gedenkstätte vor dem Eingang der ehemaligen Untergrundfabrik – das Krematorium Richard, das als Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Besatzung dient. Die Stollen selbst sind mit massiven Toren verschlossen.
Zugang
Die Gedenkstätte befindet sich am Stadtrand von Litoměřice, in Richtung der Gemeinde Miřejovice. Parkmöglichkeiten bestehen direkt am Areal der Gedenkstätte und des Krematoriums. Die nächste Bushaltestelle des städtischen Verkehrsbetriebs ist „Litoměřice, u mrazíren“. Vom Stadtzentrum aus sind es zur Gedenkstätte etwa 2,5 Kilometer.
Die Umgebung und was sehenswert ist
Nur wenige Kilometer von hier entfernt liegt die Festungsstadt Terezín mit der Malá pevnost und dem Muzeum ghetta. Über Litoměřice erhebt sich der Hügel Radobýl, von dem aus man eine schöne Aussicht auf die Umgebung hat und wo der Dichter Karel Hynek Mácha seine letzten Verse verfasste. Im Zentrum von Litoměřice ist die gotische Burg Hrad Litoměřice mit ihrer Weinausstellung einen Besuch wert.
Der Besuch der Gedenkstätte bei der Fabrik Richard ist ein starkes Memento der Schrecken des Krieges. Obwohl der Untergrund nicht zugänglich ist, erinnern die oberirdischen Gedenkstätten an das Schicksal Tausender Menschen.





