Hrad Hněvín
Ein romantischer Neubau anstelle einer königlichen Festung mit Blick auf Most
Die Hrad Hněvín ist die Dominante der Stadt Most und thront auf dem Zámecký vrch. Obwohl ihr heutiges Erscheinungsbild mittelalterlich wirkt, handelt es sich um eine romantische Replik der ursprünglichen mittelalterlichen Burg. Der ursprüngliche königliche Sitz wurde vom Geschlecht der Hrabišicové bereits im zwölften Jahrhundert gegründet und gehörte dank seiner strategischen Lage zu den wichtigen Grenzfestungen der böhmischen Krone. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1248, als sie erfolglos vom jungen Přemysl Otakar II. belagert wurde. Schicksalhaft wurde für sie erst der Dreißigjährige Krieg, als sie 1646 von den Schweden unter der Führung von General Wrangel erobert und besetzt wurde. Die Burg, die sich nach dem Krieg in einem schlechten Zustand befand und als Ursache für das Leid der Stadt wahrgenommen wurde, wurde auf Wunsch der Bürger von Most in den Jahren 1651 bis 1653 von Kaiser Ferdinand III. abgerissen. Die heutige Gestalt ist das Ergebnis der Bemühungen des Vereins der Freunde des Zámecká hora, der Ende des neunzehnten Jahrhunderts die Wiederherstellung der Ruine initiierte, und die Replik der Burg wurde nach den Plänen des Architekten A. Schwarzer zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet. Heute dient die Burg als Hotel, Restaurant und Aussichtsturm und ist ein Symbol der Stadt.
Zugang
Die Hrad Hněvín befindet sich direkt über dem Stadtzentrum von Most in der Region Ústecký kraj. Sie ist leicht mit dem Auto über eine Zufahrtsstraße erreichbar, wobei Parkplätze direkt an der Burg zur Verfügung stehen. Für Wanderer ist der Aufstieg bei einem angenehmen Spaziergang über markierte Wege möglich. Zur Burg führt auch der städtische Busverkehr. Vom Aussichtsturm bietet sich ein Panoramablick auf das Mostecká pánev, das Krušné hory und das České středohoří.
Umgebung – was einen Besuch wert ist
In unmittelbarer Nähe von Hněvín befindet sich das größte Unikat der Stadt Most – der Kostel Nanebevzetí Panny Marie, der im Jahr 1975 aufgrund des Kohleabbaus auf einzigartige Weise um 841 Meter verschoben wurde; heute dient er als Museum und ist ein nationales Kulturdenkmal. Auf der Burg befindet sich auch die Hvězdárna Dr. Antonína Bečváře. Eine weitere Dominante der Umgebung ist die Hrad Hazmburk mit ihrem Doppelturm, die einen herrlichen Ausblick bietet. Für Technikliebhaber ist das Válečné muzeum Sudety in einem originalen Zivilschutzbunker interessant. Nördlich erhebt sich Komáří vížka, die längste Sesselbahn in der Tschechischen Republik, die Sie auf den Gipfel mit Ausblicken auf das Krušné hory befördert.


